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Löcher

So nicht! - Wie dann?

 

Es war ein gutes Essen. - Herbert hatte gekocht. "Nicht nach Rezepten und festgelegten Formeln", wie er sagte, "sondern mit dem Blick darauf, was gerade an Vorräten da war, worauf wir Appetit hatten und was unter Zugabe von Fantasie und Freude daraus zu komponieren war!"

Danach waren wir ins Reden gekommen. Über Rezepte, dies und das und schließlich auch über ‘Löcher’, also ungute, ärgerliche, bedrückende Erlebnisse, Gefühls- und Stimmungs-Zustände. Da waren wir übereinstimmend der Meinung, dass die gar nicht toll, aber wohl nie ganz zu vermeiden seien.

Trude warf ein: "Schlimm ist es, wenn man merkt, dass es abwärts geht. Trotzdem man einiges dagegen zu tun versucht, geht es weiter - und weiter. Schließlich sitzt man ordentlich tief im Schlamassel und fühlt sich bedauernswert, hilflos und der Dunkelheit ausgeliefert, ohne zu wissen, wie da wieder rauszukommen ist."

"Sich gegen etwas zu wehren, was man nicht will", nahm Herbert den Faden auf, "ist etwa genau so sinnlos, wie sich gegen die anfahrende Straßenbahn zu stemmen, wenn man noch einsteigen möchte. Da schädigt man sich selbst nur noch mehr. Das, was wirklich Sinn macht, ist z.B. ab sofort die Abfahrtszeiten zu beachten und künftig rechtzeitig loszugehen!"

Und dann erzählte Herbert von seinen Erfahrungen mit Löchern:

"Früher ging mir das auch so, dass ich schnell abgestürzt bin. Manchmal merkte ich es, dass ich auf Talfahrt war - manchmal merkte ich es aber auch erst, wenn ich schon im Loch saß. Es wurde stimmungsmäßig dunkler, mitunter schier aussichtslos. Dann war ich oft müde und traurig - und wollte mich verkriechen. Innerlich war ich dann überwiegend damit beschäftigt, auf meinen Zustand abwärts und resigniert zu starren (innere Kommentare dazu z.B. "Das klappt bestimmt auch wieder nicht! Da brauche ich erst gar nicht anzufangen! usw.). - Wenn mir das dann bewusst wurde, hatte ich oft auf den Lippen: >So mag ich es nicht!< oder >Das mag ich nicht!< Das wirkte lähmend und verstärkte die bedrückte Stimmung.
 

So will ich es NICHT!

Und es ging immer tiefer ins Loch. Ich blieb lange - und wusste nichts, was ich dazu tun könnte, um wieder heraus zu kommen. Irgendwann habe ich es dann doch geschafft, meist ohne zu wissen, wie genau.


Bis ich mir dann eines Tages klar machte, dass diese Abwärtsbewegung, auch der Schmerz oder die Verletzung, eben passiert. Es ist sinnlos, das nun ‘nicht’ zu wollen oder mich ‘dagegen’ zu wehren oder zu stemmen. Dieses >Halt! und Zurück!< verbraucht ungeheuer viel Energie und nützt wenig, oft auch gar nichts.

Geholfen hat mir die Idee, an der Abwärtsbewegung anzuknüpfen, mitzugehen, langsam die Richtung zu verändern und wieder nach oben zu lenken. Dorthin, wo ich mehr sein wollte. - Seitdem mache ist es so, dass ich, wenn bei mir kommt "Das mag ich nicht!", ich die Nach-unten-Bewegung dadurch abfange, dass ich weiter frage: "Was will ich denn gerade (mehr)?"

Jetzt geht die innere Aufmerksamkeit dorthin, wo ich mich wohler fühle und mehr Freude für mich vermute. Jetzt kommen Gedanken und Ideen, wie ich mich darauf zu orientieren kann - und wenn auch nur in kleinsten Schritten. - Schon verändert sich die Abwärtsbewegung. Ein innerer Lichtfunke ist zu spüren, die Zuversicht nimmt wieder zu und ich werde immer sicherer: "Ich komme da wieder raus! - Es geht schon wieder aufwärts! - Es braucht seine Zeit, doch das ist in Ordnung!"
 

Wie will ich es denn (mehr)?

Bergab geht es zwischendurch auch heute noch. Allerdings nicht mehr so häufig - und wenn, dann nicht mehr so steil, nicht mehr so tief und auch nicht mehr so lang.
Jetzt ist die innere Sicherheit da, dass es irgendwann auch wieder nach oben geht und ich meinen Weg finden werde.


Fragen sind also sehr hilfreich, die Richtung nach oben wieder zu finden.

Lange Zeit habe ich z.B. auch gemeint, dass spielen und spielerisches Bewältigen von Problemen und Aufgaben sinnlos sei und nichts bringe. Nur das Ernsthafte war gefragt - und zwar im Beruf und auch in der Freizeit. Alles war Leistung und musste gut, ja perfekt sein.

Dann habe ich bemerkt und auch eingesehen, dass mir diese Einstellung schadet. - Ich veränderte mein Denken und Reden ein klein wenig in: ‘Ich weiß schon, ich sollte es leicht und spielerisch nehmen, aber ich sage immer, dass das sinnlos ist und nichts bringt!’ - Es war also die gleiche Richtung, wie vorher, nämlich abwärts, ohne konkret etwas zu verändern. - Bis ich dann schließlich doch lernte, am Bisherigen anzuknüpfen und die Zielrichtung - im Denken und im Handeln - tatsächlich zu verändern.

Wenn es heute ums Spielen geht, merke ich oft noch meinen Widerstand und mein Abwerten, doch nun setze ich innerlich bewusst mein neues Ziel dazu: ‘Spielen tut mir gut und macht Spaß!’ Und siehe da - es tut!
 

Früher - Heute - Wirkungen


Kein Rezept - aber eine Möglichkeit, die mir immer wieder auf die Beine hilft und gute Dienste leistet!"

Ich nickte nachdenklich und sagte anerkennend: 
"Herbert - Koch- und Lebens-Künstler!"
 

Thema der Woche ab  22.03.08   (08.02.03)    Jeder von uns empfindet es anders, wenn er von 'seinen' Löchern spricht oder daran denkt. Für den einen gehören bereits kleine Stimmungsabschwünge dazu, für den anderen erst empfindliche und stark beeinträchtigende Einbrüche. - Wichtig ist, die Aufmerksamkeit dafür zu entwickeln, schon kleine Veränderungen zu spüren und diese dann auch wichtig zu nehmen. So lässt sich frühzeitig der 'eigene' Kurs (Denken - Handeln - Folgen) überprüfen und erforderlichenfalls korrigieren. - Es muss nicht mehr so weit und so schmerzhaft nach unten gehen und es muss auch nicht mehr so lange dauern. - Gute Stimmung, Zuversicht, Fröhlichkeit, Zufriedenheit, Dankbarkeit und - und -, sie stärken Klarheit und Überblick und damit eine bedachte, 'eigene' Handlungsfähigkeit.

siehe auch:   Newsletter Nr.30      Vorsätze   Zuversicht  

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