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Dialog 3
Inhalt /
Hinweise

 

 

Dialog  3

und Partnerschaft

 

'Dialog!' - Sich miteinander austauschen, einander verständlich machen! - Friedlich, ohne sich gegenseitig verletzen oder gar angreifen zu wollen! Einander begreifen! - Nicht gegeneinander argumentieren!

Was gibt es daran so Besonderes? Es ist halt einfach ‘miteinander reden’! - Oder?

Wie kennst du bis jetzt das ‘Miteinander-reden’? In der Form - im Ablauf - in den Wirkungen?

Ich kenne halt ‘Diskussion’! - Man sitzt zusammen und redet - über irgendein Thema. - Entweder - dass die Zeit vergeht, so ein bisschen Bla-bla - oder eben um ein Problem auszuleuchten. Da kann es dann schon ganz schön hitzig werden.

Was meinst du mit ‘hitzig’?

Ja, dass eben einer auf den anderen losgeht, ihn mit Worten, Lautstärke und Argumenten angreift und versucht, ‘sich durchzusetzen’. Behauptet, es ‘besser zu wissen’, ‘klüger und intelligenter’ zu sein, die ‘wahre Wahrheit’ zu haben. ‘Nur so’ ist es richtig - und alles andere ist verkehrt!
Ach - du kennst das ja! - Eigentlich ungut - und doch auch wieder spannend! - KRIEG MIT WORTEN ! Mit dem Ziel: ICH setze mich durch! - ICH mach' den anderen klein! - ICH schaffe das!

Und das muss gar nicht unbedingt bedeuten, ‘den anderen’ bekämpfen zu wollen!

Nein! - Aber ‘Recht will ich haben und behalten’, mit dem was ICH sage, denke, meine, tue! - Und zwar allgemeingültig! - ICH weiß das, behaupte ich! - Wenn alle dann so spuren, wie ich mir das vorstelle, bin ich der friedlichste Mensch! - Im Prinzip ist mir JEDES Mittel recht, um MICH durchzusetzen! - Der andere ‘Mensch’ ist mir da dann ziemlich gleichgültig!

In der Wirkung also: ‘Der Gewinn des einen geht zu Lasten des anderen! Der Schwächere bleibt auf der Strecke!’

Mehr oder minder schon - zumindest oft! ‘Ich bin der Bessere, der Stärkere, derjenige, der den Ton angibt, der Sieger!’ - Eine Möglichkeit, das zu demonstrieren, ist auch die ‘Diskussion’.

Wie führst du eigentlich Gespräche in der Partnerschaft? - Dort also, wo es besonders um ‘verstehen’ und ‘verstanden werden’, um ‘annehmen’ und ‘angenommen werden’ geht ?

Ähnlich! - Andere Möglichkeiten kenne ich nicht.

 

Besserwisser

 

Und wie sind da die Wirkungen?

Wie sollen sie schon sein? - Das kennt man doch in Partnerschaften: Auseinandersetzungen, Vorwürfe, Forderungen, Streit - mitunter schon übel! - Trotzdem ist das immer noch besser, als überhaupt nicht miteinander zu reden!
Aber - es nervt - und zerstört! - Irgendwann gibt es dann Bruch, wenn es zu viel ist - und wenn es, wie meist, nicht besser, sonder langsam, aber sicher, immer schlechter wird! - Erst zerbricht das Wohlbefinden (Spannungen, Schmerzen, Krankheiten) und dann oft auch der hohl gewordene äußere Rahmen. - Tragisch - aber so ist es nun mal!

Und das Leid? - Die Tränen? - Die Verletzungen? - Die Kränkungen?
Wo ist die ‘Liebe’ mit der alles einmal so schön und leuchtend begonnen hat?

Tja: Wo ist der Weihnachtsmann, an den ich soo geglaubt habe?

Also ‘Krieg’? - Ich fresse dich vor Liebe - oder Leidenschaft - oder Begeisterung. - Und wenn es hakt, aus welchen Gründen auch immer, dann ‘bist DU Schuld’ - mit allen Konsequenzen!

So ungefähr! - Es ist ja wirklich oft schlimm! Und es tut auch immer wieder scheußlich weh!
Erst vor kurzem habe ich nach einem verletzenden Streit geklagt: ‘Ich will gut und in lebendiger Un-Ruhe mit dir zusammen sein können - gleichzeitig spüren, dass ich angenommen bin, wie ich eben gerade bin - und mich in meiner Art und meinem Tempo verändern und weiter-entwickeln dürfen, wie ICH es will und kann!’
Weißt ‘du’, wie's besser gehen könnte? - Mit weniger Verletzungen und Schmerzen?

Mit (letztlich) mehr Freude und Leichtigkeit? - Ja sicher! - Mit dem ‘Dialog’!
Das ist eine Gesprächsform, die zwar dem Namen nach bekannt ist und von der auch immer wieder gesprochen wird. Sie wird aber selten geübt und kaum wirklich angewandt, weil sie Zeit, Geduld, Achtsamkeit und die Bereitschaft fordert, sich mit Persönlichem in das Gespräch einzubringen und den anderen (mit seinem Persönlichen) mit Zuhören und Verstehen bei sich ein-zu-lassen.
Ausgangspunkt, Ziel und Anliegen ist hier ‘Miteinander in (bewegtem, also un-ruhigem) Frieden’! Ein respektvolles und aufmerksames Einander-wahrnehmen und Zueinander-Verbindungen-suchen.

Erzähl' mir mehr davon!
Wie geht DIALOG, wie kann man im DIALOG miteinander reden, wie sind die WIRKUNGEN ?

Ich verwende jetzt mal einen Vergleich! Der macht vermutlich leichter verständlich, was ich meine:

Wir sitzen ‘miteinander’ am Tisch. Jeder hat Papier und Farben und jeder malt ein Bild - ‘sein’ Bild!
Danach beginnt einer von uns, sein Bild zu erklären. Ist er fertig, kommt selbstverständlich in gleicher Weise auch der andere an die Reihe. - Also, der erste zeigt dem anderen sein Bild, um es anschauen zu lassen (ohne zu reden!). Dann ergänzt der Maler sein Bild, indem er beschreibt, was es ausdrücken möchte und auch von seinem dazugehörigen Erleben, von seinen Gefühlen und Vorstellungen erzählt, von dem eben, was für ihn wichtig war und dazu gehört (z.B. Erinnerungen, Träume, Sehnsucht usw.). Jetzt bekommt der vorher nur sichtbare Eindruck des Bildes plötzlich auch noch die Worte, Beschreibungen und Erklärungen des Malenden. Seine Sichtweise, sein Persönliches kommt dazu! Das Bild und der Maler - beide werden verständlich!

Für den Zuschauenden und Zuhörenden ist zunächst nicht wichtig: "Gefällt mir das, würde ich mir das auch ins Wohnzimmer hängen, könnte ich das anders besser und wirkungsvoller mache, finde ich das gut / richtig / logisch usw. Also, wie bewerte ich dein Bild (für mich und mit meinen Maßstäben)." Das alles hat, solange es darum geht, das Du zu ‘verstehen’, k e i n e n Platz!

Für den Zuschauenden und Zuhörenden geht es im Dialog darum, zu sehen, zu hören, zu begreifen und zu verstehen: 
"Was machst DU?  - Wie machst DU es? - Welche Bedeutung hat es für DICH? - Was bewegt DICH? - Wo bist DU in DEINEM Leben? - Jetzt? - Wo willst DU hin (für DICH alleine und bezogen auf uns zwei)? - Möchtest DU auf mich zu-gehen? - Was stellst DU DIR vor? - Was wäre DIR schon möglich?"

Um anschließend dann ‘für sich selbst’ zu klären (Ich-Bewertung und Ich-Beurteilung des bisher Zuhörenden): 
"Wie mag ICH MICH jetzt und künftig zu dir in Beziehung setzen? Nachdem ich dich und deine Vorstellungen und Bedürfnisse besser verstanden habe. - Welchen Beitrag will ICH selbst dazu leisten, um unsere Beziehung in diesem Sinne mit-zu-gestalten (z.B. nur zuhören, Anteil nehmen, trösten, öfters treffen, gemeinsame Unternehmungen vorschlagen, eine Bitte äußern, Verständnis und Lob ausdrücken, deine Ideen weiterspinnen usw.)?"

Und wenn es der Maler (Erzähler) möchte, kann er dem anderen auch noch Fragen stellen - z.B. "Wie würdest du diesen Inhalt darstellen?" - Er kann also zu einer Meinungsäußerung ‘einladen’! - Auch mit der Frage: "Wovon träumst du?"

Genau!
Und wenn der Zuschauende und Zuhörende es möchte, kann er den Maler (Erzählenden) fragen - z.B. ‘Darf ich dir erzählen, wie ich versuchen würde, diesen, 'deinen' Inhalt zu lösen?’
Er kann also fragen, ob er eine Meinungsäußerung - und zwar ‘ohne (Du-) Beurteilungen oder (Du-) Bewertungen’ abgeben, vielleicht auch eigene Erfahrungen und Erlebnisse dazu erzählen ‘darf’. Im Mittelpunkt steht ja das Bild des Erzählenden!

Der Dialog will also 
Austausch - Miteinander - Beziehung - Zuhören - Verstehen - Teilen - (Mit-) Gestalten - Vereinbaren - Verbindungen herstellen - Lösungen fördern - Gutes und Erfreuliches für BEIDE - gleichzeitig und im Gleichgewicht!

Genau so ist es!

Für jeden gilt:
 

Ich erzähle von MIR

 

Und in einer Partnerschaft? ‘Ich über mich!’ - und ‘Du über dich!’ - und dann haben wir eine gute Beziehung zueinander? Geht das denn so einfach?

Sagen wir mal so: Es ist nicht schwierig, aber es geht selbstverständlich nur mit 

- dem Dazu-lernen und sorgsamen Beachten von: "Ich bin zuständig und verantwortlich für mich und meine Beziehung zu dir!"

- dem Dazu-lernen und Üben, wie gute und haltbare Brücken zueinander gebaut und erhalten werden können (vor allem offen, ehrlich und verständlich miteinander zu reden - und ständig dafür zu sorgen, dass die Freude und das Lachen, die Leichtigkeit und Zufriedenheit - miteinander und aneinander - wachsen).

- dem Engagement, zu ergänzen und durch Neues zu erweitern - so, dass es BEIDEN nicht nur gut geht, sondern sie sich auch immer wohler fühlen - alleine, zu zweit und mit anderen zusammen!

Es liegt also immer in ‘meiner’ Verantwortung und Zuständigkeit, wie ich mich in ein Gespräch einlasse und einbringe! - ‘Ich entscheide für mich - Dialog!’ - Somit greife ich nicht an! Ich bleibe bei mir, bei ‘Ich über mich!’ - und: ‘Ich lasse mich auch nicht angreifen und verletzen!’ - Oder?’
 

Wie ich es sehe ...!
Wie ich es erlebe ...!
Was ich mache ...!
Was ich gerne   
von dir hätte ...!

ICH über MICH

Wie ich es höre .. !
Welche Gefühle ich spüre ...!
Wie ich dich verstehe ... !
Was ich an dir besonders schön finde!


Welche Schlüsse ich für      
mich daraus ziehe ... !

Was meine Ziele, Träume 
und Hoffnungen sind ... !

Was mir hilft und geholfen hat ... !

Was ich gerne von dir wissen möchte ... !

Welche Gefühle ich dir  
gegenüber empfinde ... !

usw.   -   usw. 


Was mich bewegt ... !

Wie du mir besonders gut tust ... !

Wie es mir damit geht ... !

Was mich ärgert und belastet ... !

Was mir das bedeutet ... !

Was ich von dir will und wozu 
ich selbst bereit bin ... !

 
Das ist zutreffend!
Es ist wichtig, dazu zu lernen und immer wieder auch zu üben, ein bestimmtes Maß an Angriff des anderen abfangen zu können, ohne (wie ein Spiegel) mit Angriff dagegen gehen zu müssen (als un-gewollte Re-aktion)!
Doch - ich muss mich natürlich nicht als Punchingball (Prellbock) des anderen missbrauchen lassen, an dem dieser sein Mütchen (seine Wut, seinen Ärger, seine Aggressionen, seine Unlust oder seinen Frust usw.) abreagieren kann.
Ich kann, wenn's mir reicht, sagen: "Stopp! Bitte nicht weiter so! - Ich steige aus unserem Gespräch aus!" Ich kann mich also abgrenzen und aus dem Gespräch zurückziehen, verbunden z.B. auch mit einem die Verbindung fördernden Angebot: "Bitte lass uns unser Gespräch / den Dialog fortsetzen, wenn wir wieder einen guten gemeinsamen Boden dazu haben - also gute Stimmung, inneres Gleichgewicht und klare Sicht! - Wie wäre es mit morgen Abend?"

Eine Nacht darüber schlafen! Da beruhigt und klärt sich vieles und jeder bekommt ein bisschen Abstand zu der entstandenen Hitze!

Es soll ja ein gutes, dem Verstehen und die Verbindung zueinander förderndes Gespräch (Dialog) gefunden werden - und nicht aus einer momentanen Verärgerung heraus das Du verletzt und die Beziehung weiter belastet oder gar zerstört werden. Gute Lösungen - und um die geht es ja letztlich - setzten auf beiden Seiten einen ‘entspannten und (wieder) gut gelaunten Zustand’ voraus!

Dialog ist also etwas Wunderbares und gleichzeitig auch etwas sehr Zerbrechliches. Eine in diesem Augenblick entstehende ‘besondere’ Beziehung zwischen zwei Menschen. - Wie lange sie anhält, ob sie sich wiederholt und wie tief sie geht, hängt von BEIDEN ab.

Ja! - Unbedingt!
Kennst du das Gefühl "Ich möchte mit dir zusammen ein Kind haben!" ?

Schon! - Das ist etwas ungemein Beglückendes! - Genau dieses Gefühl sollte zwischen Partnern länger lebendig bleiben! - -

Das wäre beglückend! - Doch woran liegt es, dass es sich verliert?
Dialog zwischen Partnern, achtsam und einfühlsam ge’führt’, kann nicht nur diesem Gefühl Worte geben und es verständlichen werden lassen (es auf die Welt bringen), sondern Dialog kann auch die Beziehung zwischen zwei sich nahe stehenden Menschen zu einem ‘bewussten Kind’ beider machen!

Wie ein ‘gemeinsames Kind’! - Hm! - Dialog kann also viel Freude, Momente des Glücks und tiefer Verbundenheit schenken. Gleichzeitig verlangt er aber auch - wieder wie ein gemeinsames Kind - Verzicht auf das spontane (automatische) Schießen-lassen von Ärger, Nachlässigkeit und Sich-auf-den-anderen-stürzen, Konzentration und die umsichtige ‘Sorge dafür’, dass jeder in dem Gespräch gleich-berechtigt seinen Platz hat! Ohne anzugreifen oder selbst angegriffen zu werden! Ganz schön anstrengend! - Der Gewinn an gemeinsamer Freude und Intensität hat also seinen Preis!

Zweifellos! - Aber es ist lohnend - beglückend!
Denn jetzt tun sich neue Welten auf! - Im Dialog lerne ich mehr Einzelheiten meiner ‘eigenen’ Sicht der Welt bewusst wahrzunehmen. Denn, um sie nach Außen ‘er-klären’ zu können, muss ich sie innerlich erst mal ‘klären’ und Worte dafür suchen. - Außerdem wird mir wieder ein Stückchen der Welt-Sicht und der inneren Zusammenhänge des Du verständlich und damit vertraut. - So wird auch der Boden vorbereitet für neue Möglichkeiten der Verbindung und des Sich-einigens.

 

Brücken bauen

 

Das klingt ermutigend!
Ich als Mensch - in meinem jetzigen So-sein - mit meiner Sicht und meinem Erleben der Welt - mit meinen Freuden und Nöten - mit meinen Stärken und Schwächen usw. - darf mich zeigen - ‘und so sein, wie ich jetzt bin’!
Natürlich muss ich nicht so bleiben! - Gott sei Dank! - Ich darf mich verändern und weiter-entwickeln, wenn ‘ich’ es will - und wie ‘ich’ es will
Gehen tut's also nur darum, dass der andere die Möglichkeit erhält, mich - ‘so, wie ich jetzt bin, denke, handle, fühle’ besser zu verstehen! Wo ich gerade bin, wo ich hänge und wo ich hin-will.
Jetzt kann er ‘sein’ Denken und Handeln auf eine neue und aktuelle Grundlage stellen und ‘für sich’ herausfinden, wie er an unserer gemeinsamen Beziehung weiterhin mitwirken will!

Genau! - So ist es für jeden, der am ‘Dialog’ beteiligt ist!

‘Dialog’ bedeutet also: Friedliches, dem Erkennen und Verstehen des Du (auch von mir selbst!) - und dem Gestalten der Beziehung (und damit des Miteinanders) - dienendes Gespräch.

Treffend formuliert!
Ein bisschen ironisch könnte man auch sagen, dass Dialog ‘Krieg’ (Konfrontation) mit friedlichen Mitteln und mit Respekt vor dem gegenseitigen Verschieden-sein und Verschieden-denken, auch vor den je anderen Bedürfnissen und Gefühlen ist. Ein ‘Krieg’ der das Verschiedene (er-) klärt und gleichzeitig zum Ziel hat, gemeinsam Neues zu erschaffen, das ‘beiden’ Freude macht. So werden Blumen gepflanzt - und Vielfalt und Lachen nehmen zu!

Puh! Das lockt mich, ist mir aber gleichzeitig auch ein bisschen unheimlich.
Krieg war für mich bisher immer mit der Vorstellung von Verletzten und Toten verbunden. Jetzt kommt plötzlich die Variante: Krieg mit Lachen, Blumen und glücklicheren Mensch. - Stark! - Eine Diskussion als Dialog! Das geht also auch!
‘Schweigt’ eigentlich der Zuhörende im ‘Dialog’ immer, wenn der andere von sich erzählt?

Im Regelfall: - Ja!
Bis auf gelegentliche ‘Hm! - Aha! - Verstehe! - usw.!’, die den Erzählfluss unterstützen und signalisieren, dass der Zuhörer noch wach dabei - und nicht eingeschlafen oder auf innere Gedanken-Reisen gegangen ist.
Der Zuhörer ist mit ‘zuhören’ beschäftigt! - Er darf sich von dem, was er da hört, ganz gefangen nehmen lassen und mitgehen!

So, wie wenn einer ein Märchen erzählt?

So etwa! - Wenn ich ein eigenes Märchen erzähle, so erzähle ich es aus meiner Fantasie. - Wenn ich im Dialog ‘Ich über Mich’ erzähle, erzähle ich aus meiner Wirklichkeit - innen und außen. Das ist auch ein Märchen, eben ein selbst gelebtes und erlebtes.

Und das soll dann auch ‘verstanden’ werden! - Oder?

Auf jeden Fall! - Darum braucht der Dialog auch - mehr Zeit - mehr Aufmerksamkeit - mehr Geduld! Er braucht ‘Langsamer-werden’ und ‘Zeit-lassen’! - Meine Seele will sich entfalten dürfen - und deine Seele (als Zuhörer) will mitkommen können (verstehen)!

Und wenn ich nun als Zuhörender ‘nicht verstehe’? 
Wenn ich es noch nicht innerlich nach-vollziehen kann, weil mir Verbindungen, Zusammenhänge oder Einzelheiten fehlen, die ich nicht kenne - und die der Erzählende bis jetzt noch nicht erwähnt hat? - Was dann?

Dann kannst du natürlich Fragen stellen - behutsam und einfühlsam (z.B. wie genau machst du
das ..., wie ist 'schwer' für dich, welches Anliegen hast du, wenn du ... sagst - usw. usw.). Also Fragen, um das ‘Du’ besser verstehen zu können!

Einfach so - hineinplatzen mit meinen Fragen?

Das ist nicht so toll! - Gut ist es, mit einem Zeichen - oder dem Einwurf: "Ich habe eine Frage - geht das jetzt?" anzuzeigen, dass mir was unklar ist.
Ist es für den Erzählenden o.k., kann er unterbrechen - und du kannst deine Frage stelle. - Möchte er aber jetzt gerade nicht unterbrechen, vielleicht weil er mitten in einem Gedanken-Zusammenhang ist, dann ist es eine gute Möglichkeit, die Frage ‘aufzuschreiben’ und sie später zu stellen, wenn's passt.

Und wie passiert ‘Gesprächswechsel’ - also z.B. ich höre auf zu reden - und du fängst an?

Für ein gutes Klima und einen guten Kontakt ist es wertvoll, wenn ich als bisher Zuhörender ganz kurz zusammenfasse, vielleicht nur mit einem Satz, was ich von dir gehört und wie ich dich verstanden habe - und dann herüber-wechsle zu mir und nun erst zu erzählen beginne - ‘Ich über Mich!’.
Das macht ‘Innere Verbindung’!

Wie die Holz-Übergabe beim Stafettenlauf ! ?

Ja - kann man sagen! - Ein kurzes Miteinander und Nebeneinander - die Übergabe - die Übernahme - und dann ist der neue Läufer in der Bahn - und der bisherige geht aus der Bahn - fließend!

Muß ‘Dialog’ eigentlich gelernt werden ?

Auf jeden Fall! -
Dialog muss gelernt, trainiert und mit jedem neuen Partner neu eingeübt werden!
Es geht ja darum, die eigenen Gefühle und die momentanen Lebens-Inhalte selbst zu erkennen und zu er-klären. Also dazu zu stehen und sie nun mit Worten verständlich zu machen, deren persönliche Bedeutungen das Du erst herausfinden und verstehen-’lernen’ muss, will es sich nicht in eigenen Interpretationen (Illusionen) verlieren.

Es lohnt sich also! - Freude teilt man ja gerne - sie verdoppelt sich dann!
Und Leid wird auf diesem Wege ‘nicht vermehrt’! - Im Gegenteil: Zusätzliche Verletzungen und Angriffe ‘werden vermieden’. Nun spielt es auch keine Rolle mehr, ob es der Partner ‘scheinbar verdient’ hat, angegriffen und bestraft (verletzt) zu werden oder nicht.

Im Dialog geteiltes Leid halbiert sich! - Es wird wieder leichter!

Dialog ist also eine Entscheidung! ‘Wir verzichten freiwillig und gegenseitig auf Angriffe und Verletzungen. Jeder versucht sich so klar und ehrlich zu zeigen, wie er es im Moment eben kann!’

Genau so ist es! - ‘Dialog’ ist eine Gesprächsform, die vereinbart sein will!

Und wenn Ausrutscher passieren, wenn trotzdem da oder dort Verletzungen oder Angriffe passieren?

Dann lassen sich die so viel leichter und schneller heilen!
Es ist ja der ‘gemeinsame Vorsatz’ da - das ‘gemeinsame Bemühen’!
Und es gibt auch Zauberworte: - z.B. "Verzeih' mir, entschuldige bitte! Das nehme ich zurück! - usw." - Dazu vielleicht auch noch: "Ich mag dich sehr! - Du bist mir sehr wichtig!" - Außerdem soll es auch noch liebevolle Kosenamen geben!
Na ja - mit der Zeit wächst die Aufmerksamkeit - und die Ausrutscher werden weniger!

Und wenn ich nicht angreife und nicht verletze - aktiv - und der andere fühlt sich trotzdem verletzt und gekränkt? - Und auch Zauberworte helfen im Moment nicht - was dann ?

So etwas gibt es!
Hilfreich ist das ‘gute Miteinander’! - Hilfreich ist auch das Wissen und das gegenseitige Vertrauen: "Wir haben auf Angreifen und Verletzen verzichtet! - Jeder tut sein Bestes!"
Helfen und zur Heilung solcher Wunden beitragen können Zuneigung und gegenseitiges Sich-beachten, auch wenn es im Moment vielleicht nur um das Annehmen und Lassen gehen kann.
Es tut gut zu spüren: "Ich bin wahrgenommen und angenommen - so, wie ich bin - jetzt - in meiner Schönheit - und auch in meinem Schmerz und meiner Bedürftigkeit - und der andere bleibt da und kümmert sich um mich. Vielleicht sogar schweigend! - Ich bin nicht alleine! - Ich bin ‘ihm’ wichtig!"

Es lohnt sich also auf jeden Fall, es zu probieren!
Doch - wie ist das nun in der Partnerschaft, wenn ‘Miteinander’ gestaltet werden will - und der eine möchte ‘das’ und der andere möchte ‘was anderes’?

Es geht nur ums ‘Anfangen’ und ‘Probieren’ !
Wenn zwei den ‘Dialog’ suchen, sind sicherlich gegenseitiger Respekt, ‘Ich mag dich!’ und die Entscheidung ‘Mit dir!’ da. Jeder wird sich dann bemühen, die eigenen Wünsche zu erklären und die jetzigen Bedürfnisse des anderen zu erkennen, zu verstehen und zu berücksichtigen.
Und wenn das Verstehen dafür da ist, dann ist auch das Finden von ‘neuen Möglichkeiten, mit denen es dann beiden gut geht - zu denen dann auch ‘beide’ ohne Einschränkungen und innere Vorbehalte ‘Ja!’ sagen können - nicht mehr weit! 

Das ist eine Herausforderung! - - - 

Es bewirkt: ‘Beziehung!’
Zwei Menschen gestalten ihr Miteinander schöpferisch und friedlich - so gut es nur geht - jetzt!

 

Grenzen beachten

 

Danke - für unser Gespräch! Es war für mich sehr interessant und anregend!

Danke auch dir!
Mir sind in unserem Gespräche wieder einige neue Zusammenhänge aufgegangen und Feinheiten klarer geworden. Die werde ich in Zukunft stärker mit-einbeziehen!
Immer wieder staune ich, dass ich - bei aller Konzentration und Anstrengung - aus solchen Gesprächen, wie wir heute eines hatten, reicher und glücklicher herausgehe. Dazu tragen nicht nur neue Ideen, Einfälle und Erkenntnisse bei, die sich zwischendurch - einfach so - einstellen, sondern auch die Zufriedenheit darüber, dass es mir wieder mal ganz gut gelungen ist, ‘bei mir’ zu bleiben und mich bei dir nicht einzumischen.

Es hat mir viel Freude gemacht, mit dir zusammen im Dialog einige Möglichkeiten des Dialoges zu erkunden! - Nochmals: "Danke! - Schön war's!"
 

 

siehe auch:   alle Hinweise unter Dialog (2)
                   Gewaltfreie Kommunikation    Kommunikation (V-Fugru)    Newsletter Nr. 22+23  
                   Partnerschaft   Streit (6)   Verhandeln   

                   MOSAIK / Interpretationen     MOSAIK / Meinung (Glauben&Sein)  

  

Texte unter "D" D-Fundgrube Dafür  Denken und Spüren
Dialog  2 Dialog  3  Die Schuhe Du darfst    

 

verstreute "D"-Texte dagegen -> X/Y-Fugr. damit1 -> Start damit2 -> Z-Ende
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